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Vita

erwin portrait

 

 

VITA

1957

 

 Erwin Degen

geboren in Bensheim

1972-1975   Ausbildung zum Bauzeichner
    ab 1985   Auseinandersetzung mit Grundlagen und Techniken der Aquarell-Malerei
 ab 1986   regelmäßige Weiterbildungen an Kunstakademien
 ab 1997   abstrakte Malerei in Acryl- und Mischtechnik auf Leinwand- und Metallgründen
 ab 2007   Konzentration auf Acryl-Collagen, Mischtechnik auf Leinwand
 ab 1997   zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland, Teilnahme an Messen
    Arbeiten im privaten und öffentlichen Besitz
   

Mitglied im Darmstädter Kunstverein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Presseartikel:

 

Artikel vom 05.02.2013 Bergsträßer Anzeiger

 

Ausstellung: Erwin Degen und Franz Bernschneider präsentieren aktuelle Arbeiten in der Weinmanufaktur Montana

Moderne Kunst in ihrer ganzen Dynamik
 
Von unserem Mitarbeiter
Thomas Tritsch


Abstrakte Kunst in der Weinmanufaktur Montana in Auerbach: Dort präsentieren
derzeit Erwin Degen (li.) und Franz Bernschneider (re.) ihre aktuellen Arbeiten. BILD: NEU

BENSHEIM.
Wein und Kunst unter einem
Dach: Die aktuelle Ausstellung in der Weinmanufaktur Montana zeigt einmal mehr, dass sich das baulich reizvolle Gebäude auch als wunderbare Bühne für Objektkunst und Malerei eignet.


Vor allem dann, wenn gestalterischer Purismus und abstrakte Formensprache einen fruchtbaren Dialog mit architektonischer Strenge und Transparenz eingehen. Am Wochenende wurde eine Ausstellung eröffnet, die nicht nur glänzend mit den Räumen korrespondiert, sondern auch in ihrem kreativen Ansatz durchaus eine gewisse Verwandtschaft offenbart: Die maximal verdichteten Großformate von Erwin Degen treffen auf die konzentrierten Metallobjekte von Franz Bernschneider. Selten erlebt man die komplette Spannweite von Abstraktion in einer so beispielhaften und mehrdimensionalen Weise. Moderne Kunst in ihrer ganzen Dynamik.

Der gebürtige Bensheimer Erwin Degen setzt sich seit über 25 Jahren mit diversen Materialien und Techniken auseinander. Die Auslotung von Grenzen und der Bruch mit dem Erreichten kennzeichnen die Entwicklung dieses chronisch produktiven Malers, bei dem die Dominanz von Spontaneität und Emotion jede Ratio und Reglementierung überwuchert.
Bei Montana verfügt Degen über den nötigen Spielraum, um seine Farbexzesse und hoch komprimierten, expressionistischen Acrylgemälde maximal zur Geltung zu bringen. Das Gebäude bietet in seiner räumlichen Großzügigkeit ideale Dimensionen, um mit Distanzen und Perspektiven experimentieren zu können. Insbesondere Degens Riesen im Format 1,60 auf 1,80 Meter genießen diesen Freiraum, in dem sie ihre ganze Kraft und Plastizität ausspielen können.

Wie der Maler erklärt, ist er auf dem Weg zur Abstraktion auf einer neuen Stufe angekommen: Eindrucksvoll offenbart sich dies in seinen Landschaftsbildern, in denen jegliche Gestalt auf ein Minimum reduziert ist. Degen bricht die Natur auf ein elementares Farb- und Formenvokabular herunter. Er filtert Eindrücke und zügelt das Chaos, indem er es in Struktur übersetzt.

Mit dieser bildhaften Essenz treibt Degen das Spiel mit ästhetischer Subjektivität und individueller Wahrnehmung auf die Spitze. Seine jüngeren Bilder sind anmaßend und provozierend, aber konsequent und schlüssig in ihrer Ausführung. Der gelernte Bauzeichner hat einen Plan, der in einem gänzlich barrierefreien Gestaltungsprozess nicht verloren geht, aber ständig variiert wird.
Technisch hat Degen die Arbeit mit farbigen und ornamentalen Bordüren für sich entdeckt. Sie geben den Bildern einen vertikalen oder horizontalen Kurs, der – wie der Künstler betont – beliebig verändert werden kann: Das Streifenbild wird zum drehbaren Objekt, das in seiner geometrischen Strenge einen interessanten Gegenpart zu Degens wilden Farbexplosionen bildet.

Eine fein komponierte, sehr sehenswerte Werkschau, die bis Ende Juli zu sehen ist.

Öffnungszeiten: Dienstags bis freitags von 10 bis 16 Uhr sowie samstags von 11 bis 16 Uhr

 

 

Artikel vom 27.09.2011 Bergsträßer Anzeiger

Tag des offenen Ateliers: Fehlheimer Maler Erwin Degen präsentiert neue und ältere Arbeiten im frisch restaurierten Haus

Große Formate im Rausch der Farben



BENSHEIM. Dynamik und Emotion, Kraft und Tiefe: Die explosiven Farbwirbel ziehen den Betrachter mitten ins Bild hinein.Gefühl und Spontaneität regieren über Perfektion und Reglementierung. Der kreative Zufall türmt sich viele dicke Schichten übereinander. Hier und da reißt die Oberfläche auf und bringt die tieferen Ebenen zum Vorschein. Die Lust am Entdecken und Experimentieren ist ungebrochen.
Erwin Degen ist produktiv. Überall stapeln sich die Ergebnisse seiner Inspiration. Im vergangenen Jahr hat der Fehlheimer Maler seinen schöpferischen Impulsen nichts entgegen gehalten. Es entstanden zahlreiche neue Werke, viele davon im wuchtigen Stil, der in seiner emotionalen Direktheit ins Reich des abstrakten Expressionismus gehört.
Ein Konzept, das keine Beschränkungen zulässt und daher exakt den künstlerischen Ansatz des Malers trifft. Pure Power, Leidenschaft auf Leinwand. Am liebsten groß und drastisch.

Werkstatt ist frisch restauriert
Die Werkstatt ist kurz vor dem Wochenende fertig geworden. Frisch restauriert – und optisch reduziert. Nicht nur für den Tag des offenen Ateliers, an dem sich der Künstler zum wiederholten Mal beteiligt hat. Blütenweiße Wände und Decken lenken den Blick nicht ab von den Bildkompositionen, die eine ungeteilte Aufmerksamkeit verlangen.


Degen, Jahrgang 1957 und gebürtiger Bensheimer, versteht Kunst als Ausdruck seiner emotionalen Persönlichkeit, als Spiegel von Gedanken und Assoziationen. Das ist nicht außergewöhnlich. Markant ist aber die konsequente Umsetzung dieses Anspruchs, die keine Zugeständnisse und Kompromisse mag. Spontane Kommentare wie „Das haut einen um“ reflektieren die Lust und Intensität, mit der sich Degen seiner Arbeit widmet. Ein Dialog mit dem Zufall, ein Reibungsprozess mit ungewissem Ausgang. Ähnlich wie die Biografie des Hauptdarstellers.
Nach einer Lehre zum Bauzeichner liebäugelt Erwin Degen Mitte der 80er mit der Malerei. Über die Aquarelltechnik kommt er langsam aber sicher zur Acryl- und Mischtechnik. Vor vier Jahren konzentriert er sich auf seine Acryl-Collagen, flankiert von Metallbildern, die gerade eine Renaissance erleben, wie der Maler erklärt. Kraftvolle Farben auf dünnem Aluminium, das mit einer Bitumenschicht versehen ist. Die Metallbilder sind geordneter, visuell aufgeräumter und bisweilen von einer geometrischen Strenge, die wie ein ironischer Kommentar zu den groß dimensionierten Farbexplosionen wirken. Eine Handbreit Abstand zur Wand lassen die horizontal gestreckten, schlanken Objekte im Raum schweben.
Ein anderes Bild erscheint wie eine abstrakte Übersetzung von Monets Seerosen-Reihe: Schillerndes Blau und Grün bohrt sich durch eine aufbrechende Oberfläche, die durch den Trocknungsprozess der Farbe entstanden ist. Die Regelmäßigkeit der Komposition wird von Farbspritzern zerfetzt – eines der eindrucksvollsten neuen Bilder, das räumliche Distanz benötigt.


Erstaunlich ist, dass Degens Farbexzesse auch im kleineren Format wenig von ihrer Expressivität verlieren. Doch die Macht des Bildes wird mit zunehmendem Volumen deutlich stärker. Der Maler strebt nach noch üppigeren Maßen.
Ein Diptychon aus 2011 dominiert den Raum mit einer Größe von 2,40 mal 1,60 Metern. Eines von Degens Lieblingsbildern. Der Einsatz des Spatels ist fast immer erkennbar und hinterlässt schroffe Oberflächenstrukturen, die Plastizität und interessante Lichtspiele verursachen.
Degens kreativer Entwicklungsprozess dauert an. Stillstand wird nicht geduldet, Bequemlichkeit hat Hausverbot. Ausstellungen kommen nach wie vor kaum vor. Der Maler ist wählerisch. Er mag sie nicht, die qualitative Beliebigkeit der zeitgemäßen Ausstellungskultur.


Thomas Tritsch, BA 27.09.2011

 

Artikel vom 11.09.2010 Bergsträßer Anzeiger  

 

 

 

Tag des offenen Ateliers: Ein Besuch beim Fehlheimer Künstler Erwin Degen / Einladung für den 18./19. September

 

Mit Leidenschaft experimentieren

 

Ein explodierendes Grün zerfetzt die Bildkomposition, ein sattes Blau erobert die Leinwand und eine erdige braune Kruste scheint vor den Augen des Betrachters in knarzige Scholle zu zerbersten. Das Gegenständliche an den Bildern von Erwin Degen ist die Allgegenwärtigkeit eines abstrakten Expressionismus, der jegliche Vernunft und Reglementierung in Keim erstickt. Hier regieren pure Emotion und schamlose Lust am vielfältigen Experimentieren.

Statt eines geplanten Bildaufbaus dominieren dynamische Maltechniken von einer kaum kontrollierbaren Wucht.

Gerade, wenn man es sich in seiner eigenen Meinung über die Bilder des Künstlers gemütlich gemacht hat, reißt einen Erwin Degen mit seiner Ideenvielfalt und kreativen Unzurechnungsfähigkeit wieder aus der Bequemlichkeit. In seinem Atelier am Ortsausgang Fehlheims kollidieren die Ergebnisse einer facettenreichen Künstlerbiografie mit sich selbst und mit den Augen des Betrachters.

 

Spiel mit Gegensätzen

Gleich neben den vor Farbe und Kontrasten strotzenden Großbildern stehen technisch verspielte Materialcollagen, in denen Fragmente wie Geschenkbänder, Spitze oder Zeitungsschnipsel verarbeitet sind. Es ist stets das Spiel mit Grenzen und Gegensätzen, das den gelernten Bauzeichner reizt, sich niemals mit sich und seiner Kunst zu arrangieren. Die Leidenschaft am Experiment verbietet jeden Stillstand. Der kreative Dialog mit dem Zufall lässt keine Ruhe zu. Seine Teilnahme am Tag des offenen Ateliers (18./19.) ist nicht die Folge eines akuten öffentlichen Geltungsbewusstseins. Erwin Degen ist einer, der lieber in der Werkstatt über seine Arbeit spricht als die visualisierten Ergebnisse eines sehr persönlichen Entwicklungsprozesses in Ausstellungen vor größeren Menschensammlungen zu beschreiben, oder noch schlimmer: erklären zu müssen. Der Betrachter soll nicht vom Schöpfer dirigiert, sondern zum eigenhändigen Sehen und Assoziieren animiert werden. Das ist der Anspruch, den Degen an seine Bilder und das Publikum hat. Künstler, die er schätzt, sind Emil Schumacher und Gerhard Richter.

1957 in Bensheim geboren, dauerte es fast 30 Jahre, bis ihn die Malerei in seinen Bann zieht. Er beschäftigt sich mit den technischen Grundlagen und den stilistischen Ausprägungen der Malerei und besucht 1986 die Auerbacher Sommerakademie bei Barbara Bredow und Wolf Heinecke. Ab 1998 ist er jährlich beim Kultursommer Südhessen vertreten. Der Einstieg in das künstlerische Schaffen war für Degen, nicht zuletzt aufgrund des Berufs, eine große Herausforderung. Nach einer kurzen, aber intensiven Phase als Bildhauer, die er aus körperlichen Gründen beenden muss, nimmt ihn die Malerei ganz für sich in Anspruch.

Der Prozess von der gegenständlichen zur abstrakten Kunst erfolgte bei ihm geradezu modellhaft als Folge technischen und künstlerischen Fortkommens: Degens Bewegung war jene von der äußeren Welt der Abbildungen hin zur inneren Welt der individuellen Reflexion und Thematisierung. Der Bauzeichner wollte weg von der Geraden, weg von der geometrischen Ordnung.

 

E in langwieriger Prozess

Dies war freilich ein langsamer Prozess, den der Maler als noch längst nicht abgeschlossen kommentiert. Nach der ersten Orientierungsphase experimentiert er mit Metallbildern: Dazu inszeniert er kraftvolle Farben auf glatter Aluminiumoberfläche, als Untergrund dick aufgetragener Bitumen, der sich mit den Farben nicht verbindet. So entstehen Blasen und Risse als in sich kontrastierende Elemente der Bildkomposition. Mit seinen Ideen und der technischen Umsetzung wird ihm die Aufmerksamkeit der Kunstszene zuteil. Die Kunstakademie in Bad Reichenhall bietet ihm eine Dozentenstelle an. Er lehnt ab. Die Zeit ist zu knapp.

Flächenstrukturen, Zerschneidungen und abstrakte Verschmelzungen, dazu eine Vielzahl an Techniken und Materialkombinationen: Der künstlerische Autodidakt mutet seinen Gästen ein breites Spektrum zu, das in seiner Gesamtheit einen eindrucksvollen Entwicklungsprozess spiegelt.

Erwin Degen ist noch immer ein Bildhauer, der seine Inspiration auf die zweidimensionale Ebene verlagert hat. Ähnlich ist auch die körperliche Intensität, mit der er seine Bilder gestaltet. Der Maler nimmt sich die Freiheit, über Grenzen zu gehen.

Auch über die eigenen.

 

Thomas Tritsch, BA 11.09.2010